Den Herbst genießen …. in Carnuntum (Teil 1)

Der Sommer ist zu Ende gegangen und der Herbst gekommen. Wenn in Carnuntum die Trauben aus den Weingärten eingeholt werden und sich das Laub allmählich verfärbt, dann gibt es auf diesem interessanten Landstrich zwischen den beiden Großstädten Wien und Bratislava einiges zu entdecken. Die alten Römer und das Barock, ausgedehnte Wanderungen oder gemütliche Spaziergänge – die Möglichkeiten sind so bunt wie der Herbst selbst. Wir haben da ein paar Empfehlungen. Folgen Sie uns also auf der Reise durch die Epochen und die Natur.

Das alte Rom hautnah erleben – die Römerstadt Carnuntum

Wir beginnen unsere Reise durch Zeit und Raum in der Antike. In Petronell-Carnuntum wartet eine der größten und spannendsten archäologischen Landschaften auf die neugierigen Besucher. Das große Hightlight ist ein römisches Stadtviertel, welches in originaler, antiker Bauweise errichtet wurde. Egal ob Bürgerhaus, die römische Villa oder das Badehaus: Alles ist orginalgetreu und man bekommt einen guten Eindruck, wie hoch entwickelt die römische Kultur bereits war. Sie werden begeistert sein!  Am 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, sind Besucher eingeladen, authentische Einblicke in den Alltag von einst zu gewinnen. Die rekonstruierten Bauwerke werden von Living History-Gruppen als römische Bewohner ganztägig belebt. Auch Kulinarisches kann in den voll funktionsfähigen römischen Küchen gebacken und selbst verkostet werden.

Danach schauen Sie beim Heidentor vorbei, dem Wahrzeichen der Region und informieren Sie sich über die Geschichte dieses einzigartigen Bauwerks. Es steht frei in der Landschaft und ist noch sehr gut erhalten.

Wenn Sie jetzt noch nicht genug haben vom Altertum, dann empfehlen wir Ihnen den Besuch des Museum Carnuntinum in Bad Deutsch Altenburg. Es ist das größte Römermuseum in Österreich und beherbergt zahlreiche Funde aus Carnuntum. Derzeit ist dort die Ausstellung „Der Adler Roms – Carnuntum und die Armee der Cäsaren“ zu sehen.

Infos unter: www.carnuntum.at

Die Mittelalterstadt Hainburg

Von der Antike ins Mittelalter sind es nur ein paar Minuten, denn das reizende Städtchen Hainburg an der blauen Donau ist nur wenige Kilometer von der Römerstadt entfernt. Die Stadt ist nach wie vor von einer großen Mauer umgeben und die Stadttore gehören zu den größten und besterhaltensten mittelalterlichen Bauten in Zentraleuropa. Bei einer kurzweiligen und informativen Stadtführung mit den Landknechten und adeligen Damen oder Herren können Sie die alten Stadttore, Türme, Karner und vieles mehr ganz hautnah erleben. Schauen Sie auf alle Fälle in der barocken Stadtpfarrkirche vorbei. Auf der Orgel hat schon Joseph Haydn gespielt.

Infos unter: www.hainburg-donau.gv.at

Auf den Spuren der Habsburger im Marchfeld

Um vom Mittelalter in die Zeit des Barock und Klassizismus zu kommen, machen wir einen Sprung über die Donau. Noch bis zum 29. November ist in den kaiserlichen Festschlössern Hof und Niederwieden die große Jubiläumsstellung „300 Jahre Maria Theresia“ zu erleben. Weitere Ausstellungsorte sind die Kaiserliche Wagenburg in Schloss Schönbrunn und das Hofmobiliendepot in Wien. Doch zurück nach Schloss Hof: Machen Sie auch einen Spaziergang durch den prächtigen Garten, der auf mehreren Terassen angelegt wurde. Derzeit wird gerade die Große Kaskade wiederaufgebaut. Das Projekt ist gigantisch: Insgesamt 650 Quadratmeter Wasseroberfläche verteilt auf zwei Becken und einen vierstufigen Wasserfall über viereinhalb Höhenmeter. Überzeugen Sie sich vom Baufortschritt, es gibt regelmäßig Baustellenführungen.

Infos unter: www.schlosshof.at

Des Kaisers letzte Tage – Schloss Eckartsau

War die Monarchie unter Kaiserin Maria Theresia am Höhepunkt, kann man nur 20 Minuten weiter östlich an der Peripherie der Donauauen dessen Ende erleben. Im einzigen Jagdschloss verbrachte die Kaiserfamilie ihre letzten Tage in Österreich. Noch bis 1. November können Sie bei einer sehr berührenden Führung, die wirklich unter die Haut geht, erfahren, warum Kaiser Karl in der Bibliothek seine Taschenuhr verschenkte. Wessen Gebeine im feinbestickten Gewand in der Schlosskapelle ruhen. Wie Jagdgöttin Diana im Festsaal sowohl über die Jagd als auch über die Keuschheit wacht. Was die Eckartsauer Träume von Thronfolger Franz Ferdinand über seine Sophie erzählen.

Infos unter: www.schlosseckartsau.at

Haydn-Geburtshaus und Schloß Rohrau – Hochkultur am Lande

Bevor wir uns der Natur zuwenden, ein ganz aktueller Tipp: Seit 14. September ist das Geburtshaus von Joseph und Michael Haydn in Rohrau nach Renovierung und Umbau wieder geöffnet. Erfahren Sie dort mehr über die Haydns und die Musik. Überzeugen Sie sich, das Joseph Haydn ein waschechter Carnuntiner und kein Burgenländer war. In dem kleinen – und neuen – Konzertsalon werden auch Aufführungen der Musik der Haydn-Brüder gespielt. Im Schloss Harrach können Sie eine der größten Sammlungen neapolitanischer Kunst außerhalb Italiens bestaunen. Es hat noch bis 1. November geöffnet.

Infos unter: www.haydngeburtshaus.at sowie schloss-rohrau.at

Wanderungen in der Natur

Nach soviel Kultur muß der Kopf das alles erst einmal verarbeiten. Wo geht das wohl besser als in der Natur? Die Weingärten rund um die Orte Göttlesbrunn, Arbesthal und Höflein laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Bis Mitte Oktober kann man den Winzern bei der Weinlese über die Schultern schauen und die allmähliche Verfärbung der Blätter hautnah erleben. Vergessen Sie Ihre Fotokamera nicht! Die Farben sind echt beeindruckend!

Eine andere Möglichkeit, Entspannung zu finden, sind Wanderungen im Leithagebirge. Gehen Sie auf alten Pilgerpfaden oder erkunden Sie das Gebiet der Mannersdorfer Wüste. Sie werden rund um dieses Städtchen auch Maria Theresia begegnen, die dort gerne auf Sommerfrische weilte. Halten Sie Einkehr im Kloster Sankt Anna und wandern sie dann rauf zur Kaisereiche, um einen schönen Rundblick auf den Neusiedler See und zum Wienerwald und den Wiener Alpen zu genießen.

Der Nationalpark Donauauen – Urwald und Lebensraum

Auch der Nationalpark Donaauen, eine unberührte Auenlandschaft zwischen den beiden Städten Wien und Bratislava, lädt zu dazu ein, erwandert zu werden. Jetzt im Herbst ist es besonders schön. Das Laub verfärbt sich und wenn erste Nebelschwaden aufziehen, dann verströmt diese einzige Naturlandschaft ihren eigenen, mystischen Reiz. Wenn Sie die Gegend alleine erwandern möchten, dann sei Ihnen die Donaurunde in Eckartsau oder der große Orther Rundwanderweg ans Herz gelegt. Vielleicht entdecken Sie ja auch die Urrebe, die hier in den Donaauen wächst.

Informieren Sie sich auch über Fauna und Flora im Schloss Orth, einen wehrhaften Gebäude. Diese alte Burg enthält ein seheswertes Informationszentrum über den Nationalpark und seine Geschichte. Sie können dort auch gerne Bootstouren und Wanderungen in die Auen mit professioneller Führung, den sogenannten Rangern, buchen. Geöffnet noch bis 1. November.

Infos unter: www.donauauen.at

Doch was wäre der Herbst ohne seine vielfältigen kulinarischen Genüsse? Das wird das Thema von Teil 2 sein. Seien Sie also gespannt …..

Text und Foto: Manfred Edelmann